Daten synchronisieren mittels Owncloud

Ein Ziel meiner Owncloud-Installation war es, meine Kalendereinträge und Kontakte zentral zu verwalten und auf allen Endgeräten synchron zu halten. Nach kleineren Anfangsschwierigkeiten läuft nun alles wie gewünscht, ich habe dieselben Kontakte auf allen Endgeräten (iOS, Android, Linux, Windows). Owncloud stellt nutzt dazu das WebDAV und stellt die Kalender über CalDAV und die Kontakte über CardDAV bereit. Die entsprechenden Links findet man in Owncloud eingeloggt im Adressbuch bzw. Kalender in den Einstellungen hinter einem kleinen Weltkugel-Icon.

Unter Windows verwende ich Mozilla Thunderbird als Mailprogramm. Ergänzt habe ich es um das Add-on Lightning, womit es um eine Kalenderfunktion ergänzt wird. Den Owncloud-Kalender integriert man entsprechend der Owncloud-Dokumentation. Um auf das Adressbuch der Owncloud zugreifen zu können, benötigt Thunderbird das Add-on SOGo-Connector. Nach der Installation erscheint im Adressbuch im Datei-Menü unter „Neu“ der Eintrag „Remote-Adressbuch“. Hierüber ist es nun möglich auf die Owncloud-Kontakte zuzugreifen. Probleme bereitet es, wenn man auf mehrere Benutzerkonten der Owncloud zugreifen möchte, da sowohl Lighning als auch der SOGo-Connector jeweils nur einen Benutzer inkl. Passwort für eine URL zulassen. Entweder man behilft sich hier mit subdomians, die auf die jeweilige Instanz verweisen, oder man ergänzt die in der Dokumentation angegebenen Links um Benutzernamen und Passwort, d.h., bei der Nutzung von CalDAV zur Kalender-Synchronisation wird

https://ADDRESS/remote.php/caldav/calendars/USERNAME/CALENDARNAME

zu

https://USERNAME:PASSWORD@ADDRESS/remote.php/caldav/calendars/USERNAME/CALENDARNAME

Bei der Kontakte-Synchronisation mittels Carddav wird analog verfahren.

Für etwas mehr Konfort beim Umgang mit der Adresssuche in Thunderbird habe ich zusätzlich das Add-on Contact-Tabs installiert. Außerdem zeigt Lightning die Geburtstage der Kontakte aus der Owncloud nicht an. Mit dem Add-on ThunderBirthDay kann man aber einen neuen lokalen Kalender hinzufügen, der die Geburtstage anzeigt.

Die Synchronisation unter iOS stellte kein Problem dar, da es von Haus aus CalDAV und CardDAV versteht. Man legt einfach entsprechende Zugänge unter „Einstellungen“ -> „Mails, Kontakte, Kalender“ an und gibt die URLs gemäß der Owncloud-Dokumentation ein.

Android hat diese Funktionalität nicht und benötigt Zusatzapps. Ich habe mich für DAVdroid entschieden, womit ich sehr zufrieden bin.

Unter Debian verwende ich Evolution, das CalDAV und CardDAV unterstützt.

Raus aus der Cloud

Nachdem ich im letzten Beitrag schon darüber berichtet habe, welche Maßnahmen zur Verschlüsselung meiner Kommunikation ich unternommen habe, gehe ich jetzt das komplexere Thema der Cloud an. Die iCloud habe ich, obwohl ich ein iPad und ein iPhone besitze nie genutzt. Allerdings habe ich andere Clouddienste wegen ihrers Komforts gern und häufig genutzt. Dazu gehören Evernote, Dropbox, Instapaper und IFTTT. Am schwierigsten erscheint mir der Ersatz von Evernote, weshalb ich das noch etwas aufschiebe. ifttt habe ich in den letzten Monaten bereits nicht mehr verwendet, so dass ich lediglich noch meinen Account löschen musste. Wie sooft bei solchen Diensten habe ich allerdings nach dem entsprechenden Lösch-Knopf vergeblich im Menü gesucht. Eine kurze Suche im Internet hat mich aber dann doch zum Erfolg geführt. [1]

Dropbox und Instapaper ersetze ich mit Owncloud. Genau wie bei der Dropbox synchronisiert der Owncloud-Client einen Ordner auf meinem PC mit dem Onlinespeicher auf meinem Server. Um auch die Bookmarks aus Instapaper in die Owncloud zu bekommen, habe ich die Bookmarks-App hinzugefügt. Diese arbeitet zwar nicht mit Ordnern, so wie Instapaper, aber es ist möglich die Bookmarks mit Schlagwörtern zu versehen, nach denen man suchen kann.

[1] accountkiller.com: Einloggen auf ifttt.com und anschließend auf den Entfernungslink https://ifttt.com/settings/deactivate klicken – fertig!

Datenhoheit zurückerobern

Seit Juni 2013 wissen wir alle dank Edward Snowden, dass das Internet nicht nur von totalitären und autoritären Staaten flächendeckend überwacht wird. Ich selbst habe daraufhin meine eigene Nutzung der modernen Medien reflektiert und z.B. von Google Chrome/Chromium mit der so praktischen Synchonisationsmöglichkeit der Bookmarks und geöffneten Tabs wieder auf Firefox/Iceweasel gewechselt und mir nach der Anleitung auf www.ohnekontur.de FSyncMS auf dem eigenen Webspace installiert. Um die Privatsphäre beim Surfen im Internet noch etwas besser zu schützen, habe ich zusätzlich die von prism-break.org empfohlenen Browser-AddOns AddBlock Edge, Disconnect, HTTPS Everywhere, NoScript sowie RequestPolicy installiert.

Darüber hinaus bin ich von (K)Ubuntu wieder auf Debian umgestiegen, habe meine GnuPG-Schlüssel aktualisiert und unterschreibe seitdem meine Mails wieder regelmäßig, in der Hoffnung in Zukunft vermehrt auf GnuPG-Nutzer zu treffen, um möglichst verschlüsselt kommunizieren zu können. [1]

Als erste größere Neuanschaffung nach dem NSA-Skandal, habe ich mir das Firefox-OS-Handy Peak+ von Geeksphone bestellt, um mein iPhone zu ersetzen. Dieses wurde zwar niemals versandt, stattdessen habe ich aber vor Kurzem das Revolution erhalten. Seitdem versuche ich, ein Android-Smartphone ohne Google-Apps zu betreiben. Zunächst habe ich den alternativen App-Katalog f-droid installiert, um daraus Open Source-Apps herunterzuladen. Da jedes zusätzliche Programm auch potentiell neue Sicherheitslücken mitbringt, habe ich bisher nur sehr wenige Apps installiert. Das Standardmailprogramm wurde durch K-9 Mail ersetzt, das mir in Verbindung mit APG auch die Nutzung von GnuPG gestattet. Eine Anleitung dazu findet man u.a. unter [2]. Außerdem nutze ich wie viele andere auch threema als Kurznachrichten-App. Diese kann man außer über den Play-Store auch direkt auf der Website beziehen. Meine Mediendateien spiele ich mit xbmc ab, als Kartenapp kommt der auf den Karten des openstreetmap.org basierende AdvancedMapViewer zum Einsatz und der Open Explorer dient als Dateimanager. Somit habe ich die von mir am häufigsten genutzen Funktionen zur Verfügung, weitere folgen aber sicherlich noch.

[1] Anleitungen zur Nutzung von GnuPG oder PGP z.B. mit Thunderbird und der Erweiterung Enigmail findet man viele (z.B. im Wiki auf kairaven.de) und mit GPG4win gibt es sogar alle notwendigen Programme in einem Softwarepaket für Windows. Mac-Nutzer können die gpgtools nutzen.

[2] https://thomas-leister.de/allgemein/android-pgp-e-mail-verschluesselung-mit-k9-und-apg